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Schmerz lass nach: Was empfindliche Zähne brauchen

Ein unangenehmes Ziehen im Zahn ist keine Seltenheit. Fast jeder Dritte leidet unter sensiblen Zähnen. Dabei können schon kleine Veränderungen im Alltag helfen.

Der Kaffee ist zu heiß, das Eis zu kalt und der Bonbon zu süß – denn wie ein Blitz schießt beim Genuss der Schmerz in die Zähne. Das kann sogar vorkommen, wenn bei einem Spaziergang der Wind scharf weht und auf die Zähne trifft. Mediziner sprechen dann von empfindlichen Zähnen oder Dentinhypersensibilität. Fast jeder zweite bis dritte Deutsche leidet darunter und häufig trifft es nicht nur einen, sondern gleich mehrere Zähne. Schuld an der erhöhten Schmerz­empfindlichkeit sind in der Regel freiliegende Zahnhälse.

Schmerz­empfindliche Zähne: Die Ursachen kennen

Normalerweise ist der Zahnhals vom Zahnfleisch bedeckt und dadurch vor Hitze, Kälte, Süßem oder Saurem gut geschützt. Diese Abschirmung ist auch nötig, denn der Zahnhals ist von tausenden kleinen Kanälen (medizinisch: Dentintubuli) durchzogen, die Reize unmittelbar an den Zahnnerv weiterleiten. Geht das Zahnfleisch zurück, liegt der Zahnhals frei und die Zähne werden immer empfindlicher. Bei manchen Patienten sind die Zähne sogar so sensibel, dass sie sich vor den Instrumenten oder dem Wasser-Luft-Strahl beim Zahnarzt fürchten, weil die Berührung der Zähne einen Schmerzblitz verursacht. Doch so weit muss es nicht kommen: Wer die Ursachen für empfindliche Zähne kennt, kann den Beschwerden vorbeugen:

  • Falsche Putztechnik. Auch wenn es gut gemeint ist: Zu langes und intensives Putzen kann den Zähnen schaden. Wer stets die empfohlenen drei Minuten erheblich überschreitet, entfernt damit nicht mehr Plaque, sondern läuft Gefahr, besonders im Zahnhalsbereich das Zahnfleisch zu verletzen. Dieses zieht sich dann weiter zurück. Festes Schrubben kann zudem den schützenden Zahnschmelz abtragen
  • Entzündungen. Ein häufiger Grund für empfindliche Zähne ist Parodontitis. Diese Entzündung des Zahnhalteapparats wird durch Bakterien und schlechte oder falsche Mundhygiene (hier Link setzen zum Mundhygiene-Artikel?) verursacht. Dabei schwillt das Zahnfleisch an, ist stärker gerötet und blutet beim Zähneputzen leichter. Bleibt die Krankheit unbehandelt, bildet sich das Zahnfleisch zurück und legt die sensiblen Zahnhälse frei.
  • Zähneknirschen. Beim nächtlichen Mahlen mit den Zähnen (medizinisch: Bruxismus) wirken bis zu zehnmal größere Kräfte auf die Zähne ein als beim Kauen. Mediziner vermuten, dass dadurch auch keilförmige Defekte im Bereich des Zahnhalses entstehen können, die die Zähne sensibler werden lassen.
  • Lebensmittel. Säurehaltige Speisen und Getränke wie Säfte, Limonade oder Wein greifen den Zahnschmelz an. Die Säure demineralisiert den Schmelz und senkt seine Schutzfunktion.

Empfindliche Zähne – das kann der Zahnarzt / die Zahnärztin tun

Schmerzempfindliche Zähne sind sehr unangenehm und können den Alltag beeinträchtigen. Trotzdem halten viele Patienten das Ziehen im Mund aus oder hoffen, dass es von allein wieder weggeht. Besser ist es aber, einen Zahnarzt zu konsultieren – insbesondere, wenn das Zahnfleisch blutet oder der Zahnfleischrückgang auch als Laie erkennbar ist. Der Experte wird dann entscheiden, welche Therapie angezeigt ist. Liegen die Zahnhälse frei, können sie mit einem durchsichtigen Fluorid-Lack versiegelt werden. Das Auftragen verschließt die feinen Kanäle und verhindert eine Schmerzweiterleitung. Keilförmige Defekte am Zahnhals, wie sie beispielsweise durch nächtliches Knirschen entstehen, kann der Zahnarzt mit nahezu unsichtbarem Kunststoff auffüllen. Bei einer Parodontitis erklärt der Zahnarzt noch einmal ausführlich die richtige Mundhygiene, reinigt die Zahnfleischtaschen und entfernt Zahnstein. In einigen Fällen ist auch eine Antibiotika-Gabe nötig. Hat sich das Zahnfleisch schon sehr weit zurückgezogen, kann es mit einer OP wieder an die ursprüngliche Stelle zurückgesetzt werden.

Erste Hilfe gegen die Schmerzen für zu Hause

Neben der Behandlung beim Zahnarzt oder um diese sogar zu vermeiden, kann jeder selbst etwas dafür tun, um Zahnhälse und Zahnfleisch aktiv zu schützen – und das Risiko für empfindliche Zähne zu senken oder die Schmerzen zu lindern

Zahnhygiene. Oft helfen eine weichere Zahnbürste, angepasste Interdentalbürstchen vom Zahnarzt sowie eine sanfte Pasta ohne aggressive Schleifpartikel, damit Zähne und Zahnfleisch weniger gereizt werden. Da die Zahnsubstanz hauptsächlich aus Kalzium und Phosphat besteht, raten Experten zu milden Zahncremes mit diesen Bestandteilen (beispielsweise LACALUT® extra sensitive Zahncreme). Sie remineralisieren die Zähne und härten die Substanz. Und: Wer beim Zähneputzen gestresst oder in Eile ist, übt oft zu viel Druck mit der Zahnbürste aus. Das kann auf Dauer dazu führen, dass die Zahnsubstanz an den Zahnhälsen abgetragen wird. Deswegen lieber in Ruhe putzen.

Uhrzeit. Besonders bei empfindlichen Zähnen sollten diese nicht direkt nach dem Essen gereinigt werden. Sonst kann der Zahnschmelz leichter abgetragen werden. Die Faustregel lautet: Mindestens 30 Minuten, besser aber 60 Minuten zu warten.

Kalzium. Der Mineralstoff Kalzium erhöht die Widerstandsfähigkeit von Zähnen und Zahnfleisch. Er steckt in Milchprodukten, aber auch in grünem Gemüse sowie Vollkornprodukten. Daher ist es ratsam, diese am besten täglich auf den Speiseplan zu setzen. Vorsicht ist dagegen bei säurehaltigen Lebensmitteln wie Obstsaft, Limonade und Wein geboten. Die Säure greift den Zahnschmelz an.

Schutzschiene. Wer nachts mit den Zähnen knirscht, sollte sich beim Zahnarzt eine Anti-Knirschschiene anfertigen lassen. Sie schützt die Zähne vor Abrieb und keilförmigen Defekten, die durch die Kieferbewegungen entstehen können.

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Zahnfleisch­bluten –
Warnsignal & Abhilfe

Zahnfleisch­bluten ist ein ernstzunehmendes Warnsignal Ihres Körpers: Es spricht für eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates. Dies wird in Fachkreisen als Parodontitis bezeichnet.