Zahnpflege

Prophylaxe – der beste Schutz für die Zähne

Es gibt kaum einen anderen Bereich im Körper, für den diese Regel so sehr gilt wie für den Mund: Vorsorge ist der beste Schutz. Was dabei alles möglich ist, zeigen wir Ihnen hier.

Wenn es schmerzt, dann ist das Kind meist schon in den Brunnen gefallen. Denn starke Zahnschmerzen bedeuten: Es ist ein Loch im Zahn und die Nerven sind bereits betroffen, vielleicht sogar die Wurzel. Dann ist der Schaden bereits so groß, dass nur eine mehr oder weniger aufwendige Behandlung helfen kann, und es geht gleich an die Substanz: Teile des Zahns sind unwiederbringlich verloren und müssen repariert werden.

Eine effektive Prophylaxe beginnt in den eigenen vier Wänden

Das Problem: Die ersten Anzeichen für eine Schädigung der Zähne ist weder sichtbar noch fühlbar. Die Ausnahme bildet Zahnstein. Die harten, rauen Ablagerungen an den Rändern der Zähne, gerade bei Älteren auch an freiliegenden Zahnhälsen, sind gut zu erkennen. Wenn Zahnbelag (Plaque) und die darin enthaltenen Säuren den Zahnschmelz bereits angegriffen haben oder sich das Zahnfleisch entzündet hat, bekommt man es meist gar nicht mit. Der Zahnschmelz, die äußere Schicht der Zähne, wird allmählich porös, doch der Schmelz kann nicht vom Körper nachgebildet werden. Die gute Nachricht lautet: Er lässt sich, so lange die Schäden noch oberflächlich sind, wieder ausgleichen und stärken – durch regelmäßige Prophylaxe. Die vorbeugenden Maßnahmen, die dabei ergriffen werden, sind vielfältig und entwickeln sich immer weiter.

Mit fluoridhaltiger Zahncreme reinigen und den Zahnschmelz stärken

Unter einer Prophylaxe verstehen die meisten den ein- oder zweimal jährlich stattfindenden Gang zur Kontrolle, verbunden mit einer professionellen Zahnreinigung (PZR). Die Prophylaxe beginnt aber schon viel früher, in den eigenen vier Wänden. Inzwischen stehen dafür zahlreiche Mittel zur Wahl: Neben Zahnbürste, Interdentalbürsten für die Zwischenräume der Zähne sowie Zungenschabern gibt es spezielle medizinische fluoridhaltige Zahnpasta (z. B. LACALUT® aktiv Zahncreme), die den Zahnschmelz stärkt und somit vor Karies schützt – dieser wird durch säurehaltige Nahrungsmittel und süße Getränke wie Limonaden oder Fruchtsäfte aufgeweicht und destabilisiert. Zudem existieren verschiedene Mundspülungen, die bei der täglichen Mundhygiene zum Einsatz kommen können und sollten.

Die professionelle Prophylaxe in der Zahnarztpraxis

In einer idealen Welt würden wir keine zuckerhaltigen Lebensmittel, kaum Fruchtsäfte zu uns nehmen und uns nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen oder zumindest den Mund gründlich spülen. Doch den meisten gelingt das nicht, und so kann zumindest der Besuch beim Zahnarzt das Schlimmste verhindern und Probleme aufdecken, bevor sie zu einer echten Erkrankung der Zähne und des Zahnhalteapparates werden. Das passiert dabei:

  • zunächst werden die Zähne von Plaque (Zahnbeläge) und Zahnstein befreit. Dabei kommen sowohl Handinstrumente wie Scaler und Küretten sowie Airflow- und Ultraschallgeräte zum Einsatz. Auch bei der professionellen Zahnreinigung dienen Zahnseide, Zahnzwischenraumbürsten sowie Schaber dazu, dass Ablagerungen gut entfernt und auch schwer erreichbare Stellen und die Zahnränder gereinigt werden
  • auch kosmetisch ist bei der Zahnreinigung einiges möglich: Gegen Verfärbungen der Zähne durch Kaffee oder Tee hilft der Einsatz eines Pulverstrahlgerätes
  • per Wasserstrahl wird anschließend gründlich bis in alle Zwischenräume gespült und anschließend die Zähne mit Luft getrocknet
  • jetzt, da die Zähne richtig sauber sind, werden mit einer speziellen Polierpaste die Zahnoberflächen poliert, dabei werden auch eventuell bereits freiliegende Zahnhälse und feine Risse versiegelt, so wird die Zahnsubstanz vor Bakterien geschützt
  • den besten Schutz vor Karies bietet zum Schluss ein Fluorid-Gel, es wird nach der Politur der Zähne aufgetragen, das verhindert die rasche Neubildung von Plaque, da der Belag sich auf glatten Zahnoberflächen schwerer anlagert

Prophylaxe ist ein Langzeitprojekt und muss wiederholt werden

Allerdings heißt “verhindern” eben nicht, dass Plaque und Zahnstein nicht wiederkommen. Die PZR bringt nur dann etwas, wenn sie immer wieder in Abständen durchgeführt wird. Hauptsächlich geht es darum, Karies und Zahnfleisch­entzündungen zu verhindern. Das gelingt dadurch, dass die Bakterienbelastung im Mund gesenkt wird. Was viele nicht wissen: Auch die Ernährung spielt eine große Rolle für den Erhalt gesunder Zähne. Während Säuren und Zucker die Zähne schädigen, weil sie schädliche Bakterien quasi “füttern” und den Zahnschmelz zerstören, fördert Rohkost, also rohes Gemüse beim Kauen den Speichelfluss. Dieser ist wichtig, da über den Speichel die Zähne gespült werden und dabei schädliche Bakterien und Keime entfernt werden. Ein trockener Mund hingegen fördert die Vermehrung und Anlagerung an den Zähnen und in den oft engen Zahnzwischenräumen.

Die Bakterien im Mundraum können gefährlich werden

In erster Linie bietet eine professionelle Prophylaxe große Vorteile. Neben Schutz vor Karies und Parodontose (eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparats, mit Rückgang des Zahnfleisches und Abbau des Kieferknochens bis hin zum Zahnverlust) führt sie zu einer Mineralisierung und Glättung der Zähne und trägt zu einer gesunden Mundflora bei. Nach der PZR sehen die Zähne wieder strahlend, heller und glatter aus, und besonders Menschen mit Zahnspangen und Zahnersatz sollten mindestens zweimal im Jahr einen Termin für eine Prophylaxe einplanen, da Brücken und Kronen deutlich länger halten, wenn sie professionell gereinigt und kontrolliert werden. In den feinen Spalten können sich, wenn man es schleifen lässt, erneut Bakterien sammeln und schlimmstenfalls eindringen.

Daneben können schmerzempfindliche Zahnhälse versiegelt werden, sodass kalte und heiße Speisen keine unangenehmen Schmerzreaktionen mehr auslösen. Wie wichtig die Beseitigung schädlicher Mikroorganismen bei einer professionellen Zahnreinigung ist, zeigt sich auch an Menschen mit chronischen Erkrankungen, für die Zahnfleisch­entzündungen besonders gefährlich werden können. Für sie ist eine Prophylaxe ganz entscheidend, da Mundbakterien über das Zahnfleisch in die Blutbahn und den Körper gelangen können. Das ist auch der Grund, weshalb Risikopatienten vor der Behandlung zur Vorbeugung einer Infektion ein Antibiotikum gegeben werden muss. Denn unter Umständen kann es bei der Prophylaxe-Behandlung zu kleinen Verletzungen (Mikrorissen) des Zahnfleischs kommen. Bei der Reinigung etwa der Zahnfleischtaschen freigesetzte Bakterien könnten so ins Blut gelangen, was für vorbelastete Patienten sehr gefährlich werden kann. Für alle anderen Patienten genügt das Spülen mit einer desinfizierenden Lösung. Eine der bekanntesten ist Chlorhexamed, aber auch ätherische Öle aus der Naturheilkunde wie Teebaumöl wirken antibakteriell und verhindern eine Entzündung durch Keime aus dem Mundraum.

Schmerzen bei der professionellen Zahnreinigung?

In aller Regel verläuft eine professionelle Zahnreinigung so gut wie schmerzfrei. Je nach Verunreinigungsgrad der Zähne kann die Entfernung von Zahnstein und Plaque an den Zahnfleischrändern etwas unangenehm sein, im Zweifel (suchen Sie das Gespräch mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin) kann eine Oberflächenanästhesie Linderung schaffen. Dafür wird ein Gel aufgetragen. Auch hier gilt: Bei guter Prophylaxe zuhause bilden sich weniger Zahnstein und Plaque  – und desto weniger Schmerzen bereitet dann auch die Entfernung.

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